Öffnungszeiten:
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Samstag
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Sonntag
15.00-20.00 Uhr
Montag Ruhetag
Info's und Reservierung
unter:

Tel: 034298-14217
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Freitag,
10.Februar
21 Uhr
Musikcafé
mit
"Wolfs Vision"

Sonntag,
12.Februar
10 Uhr
"Liberaler
Jahresauftakt
2012"


Besuchen Sie uns, im "Cafe der kleinen Träume"

Das Cafe der Träume

Das Cafe der Träume
Eingebettet in das Häusermeer der Stadt
Über der Terrasse schattenspendende Bäume
Lebensmomente die man nicht immer hat.

Träume beginnen hier zu leben
bekommen ihren Sinn
Es entfacht mein Streben
Weil ich hier glücklich bin.

Menschen mit freundlichen Gesichtern
Verweilen träumend im Raum
Der Hauch von Musikern, Malern und Dichtern
Haftet im geistigen Saum.

Hier haben wir uns gefunden
Leben unseren schönsten Traum
Diskutieren in frohen Runden
Langeweile gibt es kaum.

Jeder Mensch sucht solch eine Oase
Braucht glückselige Stunden
Einfach nur genießen im Spaße
All das habe ich im Cafe der Träume gefunden.

© by Hans-Jürgen Rüstau 2007

Der Traum von unserem kleinem Cafe

Am Anfang stand eigentlich nur die Idee, aber das ist normal, am Anfang steht immer nur die Idee, der Traum. Unser Traum begann aufzuleben als wir vor einigen Jahren, an einem Sonntag im Frühling, von einem Aufenthalt im Harz auf dem Rückweg nach Taucha waren. Es war Nachmittag und uns dürstete es nach Kaffee. Wir waren nicht mehr weit von unserem Zuhause entfernt, befuhren die Straße Richtung Halle, an dem wunderschönen "Süßen See" entlang. Abseits der Straße, nur durch einen Wegweiser zu erkennen, war ein kleines Cafe ausgeschildert. Vor ihm parkten wir den Wagen und stiegen die steilen Stufen zum Cafe hinauf. Es war gut gefüllt und wir fanden die zwei letzten freien Plätze am Fenster. Kaum saßen wir, genossen wir die Aussicht über den gesamten See. Genau das war der Augenblick, als unser Traum zaghaft zu leben begann, sich regelrecht in unserem Hirn einnistete und Blüten trieb. Wie gesagt, das lag nun schon einige Jahre zurück, aber genau betrachtet war dies die Geburtstunde unseres Traumes von einem eigenen kleinen Cafe. Es sollte nicht groß sein, aber gemütlich. Wir träumten von Cafemusik, von Menschen, die in aller Gemütlichkeit die Zeitung lesen, von Teenagern, die ihr erstes gemeinsames Eis verspeisten und sich dabei verliebt in die Augen schauten. Schon auf dem letzten Stück unserer Rückfahrt ließ uns dieser Gedanke nicht mehr los. In den nächsten Jahren gingen wir weiter täglich für andere Menschen arbeiten, mit einem ganz anderen Blick eben für diese Arbeit. Es war nur Arbeit - keine Traumerfüllung.
Aber unsere Blicke schweiften schon nach geeigneten Objekten. Wir hatten Feuer gefangen, gingen mit unserem Traum schwanger, um ihn irgendwann, zur richtigen Zeit, Leben einzuhauchen. Täglich gingen wir arbeiten, fuhren nach der Arbeit in die Sommernacht hinaus, schauten in den Sternenhimmel und träumten unseren Traum. Träume, so schön sie aber auch immer sind, schweben irgendwo in realitätsfernen Räumen und brauchen manchmal nur einen kleinen Kick um Wirklichkeit zu werden.
So erzählten wir eines schönen Tages unserer Versicherungsvertreterin von diesem Traum. Sie sagte darauf ziemlich nüchtern, so ein geeignetes Objekt hätte sie und es stünde leer und ob wir dort unseren Traum verwirklichen wollten. So das saß. Unverhofft kommt nicht so oft.
Waren wir an dem Punkt angelangt an dem wir vielleicht unseren Traum verwirklichen konnten? Waren wir am Ziel unserer Traumreise? Wir mussten uns das Objekt sofort ansehen. Wieder war es Frühling, wie schon damals als wir unseren Traum begannen zu planen, zu leben. Aufgeregt, wie beim ersten Rendezvous gingen wir zur Besichtigung. Wir malten uns Bilder aus, die uns schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt hätten. Denn wir wussten, das Cafe unserer Träume war einmal eine üble Spelunke und stand jetzt schon längere Zeit leer. Unsere Erwartungshaltung war also nicht so sehr hoch geschraubt. Wir wurden aber eines Besseren belehrt. Die dunkle Spelunke, welche wir erwartet hatten, war ein wunderschöner in hellen, mediterranen Farben gestrichener Gastraum, mit einem großen hellen Fenster zur Straße hinaus. Es gefiel uns sofort. Noch mehr gefiel uns aber die ruhig gelegene Terrasse zum Schlossberg hinauf, welche sich zu diesem, stufenförmig erstreckte. Jetzt wussten wir, wir sind mit unserem Traum angekommen. Der Traum hat ein Bild, einen Namen, ein Zuhause.
Happy Birthday, du süßer kleiner Traum!
Aber Träume sind bekanntlich ein hartes Stück Arbeit um sie zu verwirklichen. Die wollten wir gern auf uns nehmen. Wir hatten ein Ziel. Unser Traum hatte einen Namen. Esprit - geistreich und witzig. Das wollten wir sein. Wir wollten keine Kneipe, wir wollten Musik, Literatur und Kunst in den Mauern des esprit beherbergen. Wir wollten ein Cafe, indem unsere kleinen Träume ein Zuhause hatten, wo sie von Tisch zu Tisch sprangen, um wie ein Funke unsere kleine Stadt zu erobern.
Ja, das war unser Traum, vom kleinen Cafe. Heute können wir sagen, nach harter Arbeit ist er ein Stück Realität, ist fester Bestandteil unseres Lebens geworden.
Und was träumen wir heute? Sie werden es nicht glauben. Wir träumen immer noch den Traum vom kleinem Cafe.
Es gibt noch so viele Dinge, welche wir zum Leben erwecken wollen, Dinge, die wir tun möchten. Denn Träume haben immer und ewig Bestand. Wenn es sie nicht mehr gibt, kommt das Leben zum Stillstand.
Und wer will das schon?


Fortsetzung folgt!

Die Traumcafekannen

Sie haben das esprit betreten, sehen die Bilder an der rechten Wand des Cafes, sehen die kleine Bühne an der Rückseite, nehmen Platz, und dann?
Dann blicken sie vielleicht in die Richtung, in der sie das Cafe betreten haben und sind überwältigt von den vielen Kaffeekannen über der Türfront des kleinen Cafes. Kleine, große, dicke, dünne, alte und ganz moderne. Es sind auch kleine Sahnekännchen und Zuckerdosen unter ihnen vertreten. Eine kleine bunte Kaffeewelt, sozusagen. Symbolisch ist dies vielleicht für die Gästeschar, welche täglich das Cafe bevölkert, natürlich außer Montag, dann ist meist kein einziger Mensch im Cafe. So geschieht es immer wieder an jeden Montag Abend. Die beiden Wirtsleute, die dienstbaren Geister des Cafes schlafen zwei Etagen höher, über dem Cafe und träumen ihren permanenten Traum vom kleinen Cafe. Sie träumen alles was so ein echtes Traumcafe an Träumen hergibt, von neuen Musikabenden, von Dichterlesungen, Kunstausstellungen und eben auch von netten Cafegästen. Tief und fest schlafen sie und finden dabei neue Kräfte für den Traum ihres Lebens. Denn auch Träume sind ein hartes Stück Arbeit, besonders wenn man sie realisieren will.
Wie gesagt, sie schlafen tief und fest und wir schauen einmal in die Traumwelt der beiden Wirtsleute hinein.
Können sie sich eigentlich vorstellen, was dann um diese Zeit im Cafe los ist? Sie denken bestimmt, dort ist es ruhig und still? Weit gefehlt. Dort tobt das tägliche Cafeleben weiter. Die Kaffeekannen nehmen an den Tischen Platz, einige auf der Bühne. Sie nehmen die Plätze der Stammgäste, der flüchtigen Cafebesucher, der Kinder, der Musiker, der Dichter, der Maler und der Entertainer ein.
Auf der Bühne baut sich gerade eine rundliche "Eisenheinrich"- Kanne und eine dünnere "Richter-Amok"- Kanne auf. Sie greifen fest in die Saiten ihrer Gitarren und singen lauthals "Huscha...". Im Rhythmus hauen sich die Kannen und Kännchen an den Tischen ihre Deckel auf die Kannenhälse und singen laut mit "Hört ihr die Geschichte, die ich euch erzählen will...- Huscha!".
Wenn sie Montags, zu nächtlicher Stunde am Cafe vorbeilaufen, hören sie einmal richtig hin. Sie werden das Geräusch von scheppernden und klirrenden Porzellan hören und sie wissen gleich, hier sind die kleinen Träume wach.
Eine große Cafestammgastkanne namens Uwe Kanne, schreit gerade nach Tequilla uns singt laut mit und tänzelt um einige junge Kaffeekännchen herum und tätschelt zärtlich ihre Henkel, welchen sie schwunghaft bei ihm anschmiegen.
Neben der Bühne präsentiert sich wie Cäsar, der große römische Kaiser, eine schlanke, ältere Kanne im Clausthaler-Design. Er schüttet sich gerade eine Flasche Korn in seine Schneppe, rülpst vernehmlich und lallt: "Aber eigentlich bin ich innen trocken", dann singt er von irgendeinen Apfelbaum oder Traum und alle Kannen lauschen fasziniert. Eine etwas ältere kleine Kanne ohne Deckel, ich glaube er ist von irgendeinen Prinz der Bruder, singt in seinem tollen Dialekt "Sing, meine Kanne, sing" und alle Kaffeekannen stimmen mit ein. Selbst die Zuckerdosen schmettern laut ihre Deckel und hüpfen dabei über die Tische, so dass die Zuckerwürfel fast herauspurzeln. Die Stimmung ist auf einen Höhepunkt angekommen. Eine sehr sportliche Kanne, welche gefüllt ist mit einer Mischung aus einem bekannten Roman und einer feinen Note Knoblauch hat jetzt das Redezepter und das Mikrofon übernommen und schreit: "Jetzt geht die Party richtig los, auf geht's ihr lahmen Kannen". Ab jetzt gibt es für die nächtlichen Cafegäste kein halten mehr. Sie tanzen und singen und die meisten sind eh voll und schwappen über die Tische. Hanskanne schreit: "Gebt mir zwei Kugeln Schokoladeneis, die runden mich richtig schön ab und er singt laut das Lied von den "Zehn schwarzen Negern". Die Stimmung ist fast zum Bersten. Die Kannen erobern nach dem Cafe auch noch die Pension und die darrüberliegende Privatetage. Sie kommen immer mehr auf den Wirt zu und schütten ihren heißen Inhalt über ihm aus. Er schreit vor Schmerzen und wacht schweißgebadet auf. Neben ihm liegt die Wirtin im tiefsten Schlaf und lächelt.
Beruhigt legt auch er sich wieder neben sie und lächelt auch. Träume sind eben doch Schwerstarbeit und er hofft, dass alle Kaffeekannen jetzt wieder im Regal stehen und die Gäste bei ihren nächsten Besuch anlächeln. Er sagt noch, morgen früh werde ich nach ihnen sehen und schläft beruhigt wieder ein und hofft auf schöne neue Träume.



Der Kaffeekannenalptraum

Der letzte Gast im Cafe ist gegangen und der alltägliche Reinigungsprozess beginnt - das Licht erlöscht. Es tritt Ruhe ein. Aber wie sie es ja bereits wissen, nur für kurze Zeit. Im Cafe beginnt sich ein Eigenleben zu entfalten. Die im Regal stehenden Kaffeekannen übernehmen, wie in jeder Nacht, das Regime über das Cafe. Wie jeder weiß, sind sie ja allesamt nicht mehr die Jüngsten, haben ihre Glanzzeiten längst hinter sich gelassen. Alle Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts werden hier im Regal über der Tür präsentiert. Die Goldenen Zwanziger, welche gar nicht so golden waren, die braunen Dreißiger, die kriegerischen Vierziger und die Fünfziger bis Neunziger DDR-Jahre. Jede Kanne könnte so ihre Geschichte erzählen, über die vielen Kaffeekränzchen, über den doch so sicher entgangenen Kaffeekannentod zu einem Polterabend, oder auch über Geburtstage im festlichen Gewand. Geschichten über Geschichten. Eine lustige Kanne mit vielen kleinen Blümchen könnte, rein theoretisch am 28. Juli 1951 bei der Geburt der kleinen Veronika Fischer, der Hebamme Kaffee gespendet haben oder stand sie vielleicht gerade auf dem Tisch, als der Schreiber am gleichen Tag, Monat und Jahr geboren wurde? Einfach nicht mehr nachvollziehbar! Schauen sie sich doch einmal zu den Kannen um. Die Schwarze da ganz oben, wohnte sie der Ermordung John Lennons bei, oder kann sie eine ganz andere Geschichte erzählen? Sie kann und sie erzählte die Geschichte vom Kaffeekannenalptraum! Ich hörte ihr äußerst gespannt zu. Vorbei war die Zeit, als im Kulturcafe im kleinen Ort in der Nähe der großen Stadt tagtäglich Kunst und Kultur gelebt wurde. Vorbei war die Zeit, als man diese förmlich zum Leben brauchte, ohne sie gar nicht sein konnte. Die Menschen hatten sich verändert, jeder kämpfte in dieser doch so kalten Ellenbogengesellschaft um das Überleben, wollte immer mehr vom sogenannten Wohlstandskuchen abhaben, immer mehr als der Nachbar besitzen. Fernseher, Auto und Haus sollten immer größer, die Reisen immer weiter werden.

Auto, Fernseher, Stereoanlage.
Glücksymbole?
Der Traum von den eigenen vier Wänden.
Glückserfüllung?
Vielmehr Konsumdenken.
Was ist also Glück?
Kann man es riechen,
kann man es schmecken?
Das Auto vielleicht,
aber es riecht nicht gut!
Ist also nicht unbedingt Glück.
Mit dir zum Tagausklang ein Glas Wein trinken.
Ein nettes Gespräch führen.
Der Wein schmeckt sehr gut.
Du riechst verdammt gut.
Es ist Glück!
Momente der Unvergänglichkeit.

So etwas Banales, wie im kleinen Cafe zu sitzen, sich Bilder einer Ausstellung anzusehen, dabei eine Tasse Kaffee genießen oder die Zeitung zu lesen, gehörten der Vergangenheit an. Einer Dichterlesung beiwohnen oder auch Musik live zu erleben - vorbei. Musik hatte doch jeder auf seinem Handy, gelesen wurde schon lange nicht mehr und Schreiben - höchstens mal eine SMS. Alles andere unerschwinglich, unnütz Geldausgabe. Kunst und Kultur hatten einen rasanten Werteverfall erlebt. Keiner wollte und brauchte sie mehr. Alle strebten nach mess- und sichtbaren Reichtum in dieser Welt. Genau diesen bekam man eben nicht im Cafe und schon gar nicht im Cafe unserer Träume. Von Tag zu Tag blieb ein Gast nach den anderen aus, war auf der Jagd nach seinen ganz speziellen Vorstellungen von Werten in dieser Gesellschaft. Mit jedem Gast, welcher dem Kunstcafe fernblieb starb auch ein Traum, in Form einer Kaffeekanne. Sie bekamen einen Riss, einen Sprung und zerfielen dann in sich selbst. Jeden Tag eine, bis es dann nur noch wenige waren. Dichter, Musiker und Maler wurden von diesem Prozess ergriffen und starben langsam aus. Mir blieb nur noch die Aufgabe, den Schutt und Staub der Kannen zusammenzukehren und zu entsorgen. Bei Lesungen und Musikveranstaltungen verweilten manchmal nur noch ein, zwei Gäste. Dafür waren die Plätze vor den Fernsehgeräten bei TV Soap oder sogenannten Reality Shows bei den privaten Fernsehsendern proppe voll. So konnte es nicht mehr weiter gehen. Die schwarze Kaffeekanne baute sich regelrecht vor mir auf und rief: "Was müssen wir nur bieten, um gegen die Fernsehprogramme zu gewinnen?" Gleichzeitig bildete sich ein Riss auf ihrer schönen schwarzen Glasur. Ich schrie auf: "Nein nicht auch du noch. Du darfst nicht zerspringen und zerfallen! Du bist die letzte Hoffnung der Menschen, die noch Kunst und Kultur erleben wollen!" Den letzten Satz hatte ich so entschieden laut geschrieen, so dass ich von diesem Lärm selbst aufwachte. Mein Kopf lag auf einem der Tische im Cafe und ich schaute in Richtung Schaufenster. Davor stand eine Traube von Menschen, allesamt Gäste des Cafes der Träume und monierten lautstark der verspätenden Öffnung des Cafes. Erleichtert ging ich zur Tür, um sie aufzuschließen und dachte dabei, der Kunsthunger ist doch immer noch vorhanden. Mein Blick schoss zum Regal über der Tür, zu den Kaffeekannen hoch. Sie standen alle noch auf ihren angestammten Platz! Lächelnd sagte ich zu den Gästen, welche mich unverständlich anschauten, es lebe die Kunst, Kultur und Musik, und ich grinste dabei.

© hajürü 2008